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„Vertrieb bleibt bei uns Chefsache – oder doch nicht?“ Ab wann lohnt sich eine Vertriebsabteilung?

Löwe mit Megafon als Symbol für Vertrieb als Chefsache und die Frage nach einer eigenen Vertriebsabteilung
Bastian Barczyk
Der Autor
Bastian Barczyk
Bastian Barczyk ist Sales Representative und verantwortet den Ausbau strategischer Kundenbeziehungen bei Be1Eye. Mit einem Fokus auf bedarfsgerechte Beratung und Beziehungsmanagement verbindet er vertriebliches Gespür mit einem Blick für langfristige Kundenbeziehungen.

So professionalisieren Sie Ihren Vertrieb nachhaltig

Viele Unternehmen stellen sich irgendwann dieselbe Frage: Brauchen wir jetzt eine eigene Vertriebsabteilung – oder bleibt Vertrieb noch „Chefsache“? In diesem Beitrag erfahren Sie, welche Signale dafür sprechen, den Vertrieb zu professionalisieren, Neukundengewinnung planbar zu machen und mit einem klaren Sales-Prozess nachhaltig zu wachsen.

Warum die Frage so wichtig ist

Dass Vertrieb für jedes Unternehmen ein zentraler Wachstumstreiber ist, ist unstrittig. Entscheidend ist: Ab wann kostet es Sie Umsatz, wenn Akquise, Nachfassen und Bestandskundenpflege „nebenbei“ laufen – zwischen Strategie, Personal, Finanzen und operativem Tagesgeschäft?

Oft kommen weitere Punkte dazu, zum Beispiel:

  • Welche Vertriebsstrategie passt zu unserem Markt (Inbound, Outbound, Partner, Key Account)?
  • Welcher Sales-Typ (Hunter/Farmer/Account Manager) ist für uns der richtige?
  • Welche Prozesse, Tools und KPIs brauchen wir für ein planbares Umsatzwachstum?
  • Ab wann rechnet sich eine zusätzliche Ressource im Vertrieb wirklich?

Ab wann ist eine Vertriebsabteilung sinnvoll?

In vielen kleinen und mittleren Unternehmen liegt der Vertrieb zunächst bei der Geschäftsführung. Das ist logisch: Niemand kennt Vision, Angebot und Zielgruppe so gut. Wenn Sie jedoch Vertrieb aufbauen und skalieren möchten, braucht es irgendwann klare Zuständigkeiten – und eine Person, die Sales in Vollzeit steuert, statt „zwischen Terminen“ zu verkaufen.

Die praxisnahe Antwort lautet: Es gibt typische Signale, bei denen es sinnvoll wird, Vertrieb aus dem Fokus der Geschäftsführung herauszulösen.

5 klare Anzeichen, dass Sie Ihren Vertrieb professionalisieren sollten

  1. Zu viele Anfragen, zu wenig Struktur: Sie schaffen es nicht, zeitnah zu reagieren, sauber zu qualifizieren, Angebote nachzuverfolgen und konsequent nachzufassen.
  2. Zu wenige Anfragen: Eigentlich müssten Sie aktiv Akquise betreiben (Outbound, Netzwerk, Partner), aber im Alltag fehlt die Zeit.
  3. Starke Schwankungen im Pipeline-Input: Der Umsatz hängt zu sehr vom Zufall ab. Ohne wiederholbaren Sales-Cycle wird Forecast schwierig – und Investitionen werden unnötig riskant.
  4. Sie verlieren Kunden an Wettbewerber: Wenn andere Anbieter häufiger auf Entscheider-Ebene präsent sind, entstehen neue Bedürfnisse, ohne dass Sie es mitbekommen. Regelmäßige Gespräche mit Stakeholdern stärken die Beziehung und eröffnen Up-Selling– und Cross-Selling-Potenziale.
  5. Kein klarer Vertriebsprozess und keine Transparenz: Leads, Angebote und Aktivitäten sind nicht sauber dokumentiert. Spätestens hier lohnt sich ein CRM-System, um Vertrieb messbar, steuerbar und teamfähig zu machen.

Je nach Branche, Geschäftsmodell und Zielkunden können Gewichtung und Prioritäten variieren. Entscheidend ist, dass Ihr Vertrieb nicht zufällig passiert, sondern reproduzierbar funktioniert.

Selbstcheck: Diese Fragen sollten Sie sich jetzt stellen

  • Bin ich nah genug am Markt und meinen Kunden, um Veränderungen früh zu erkennen und rechtzeitig zu reagieren?
  • Kann ich Umsatz und Pipeline verlässlich forecasten und skalieren?
  • Habe ich realistisch genug Zeit, den Vertrieb selbst zu leisten – und entspricht das Ergebnis meinen Ansprüchen?
  • Wie sieht es in den nächsten 6 Monaten aus: Wird es besser oder eher noch enger?

SAP Business One Web Client zeigt CRM-Funktionen wie Opportunities und Vertriebsprozesse im Überblick

Wichtig: Der Aufbau einer Vertriebsabteilung braucht Vorlauf

Ein häufiger Fehler: „Wir brauchen jetzt Vertrieb – am besten gestern.“ In der Realität dauert es oft mehrere Monate, bis die passende Person gefunden ist. Und danach beginnt erst der eigentliche Aufbau: Onboarding, Produkt- und Marktverständnis, Zielkunden-Definition, Messaging, Angebotslogik und ein sauberer Vertriebsprozess.

Wenn Prozesse noch nicht dokumentiert sind, lohnt sich parallel der Aufbau eines CRM: So werden Leads, Angebote, Aktivitäten und Forecast von Anfang an nachvollziehbar – und Vertrieb wird teamfähig statt personenabhängig.

Idealerweise handeln Sie, sobald Sie absehen können, dass ein stabiler Sales-Cycle in Zukunft schwerer aufrechtzuerhalten ist. In der Praxis wird der Bedarf oft erst sichtbar, wenn es bereits brennt – umso wichtiger ist ein regelmäßiger Blick auf Pipeline, Prozesse und Kapazitäten.

Hilfreich ist es, den Ist-Zustand regelmäßig zu hinterfragen: Wo verlieren wir Leads? Wo stockt das Nachfassen? Was kostet uns Zeit? Oft schafft CRM-Optimierung mehr Freiraum als erwartet – durch Automatisierung, klare Verantwortlichkeiten und bessere Transparenz.

Zeit ist dabei der Engpass, der viele Entscheidungen treibt. Eine einfache Leitfrage hilft: Ist das Vertriebsergebnis den Zeitaufwand wert? Wenn ja: weiter so – aber strukturiert. Wenn nein: Dann brauchen Sie entweder mehr Kapazität (Sales-Rolle/Team) oder bessere Systeme (CRM + Prozesse).

Je knapper Ihre Zeit, desto teurer wird „unstrukturierter Vertrieb“. Deshalb lohnt es sich, Prioritäten zu setzen – und wiederholbare Abläufe zu schaffen, die nicht an einzelnen Personen hängen.

Die Lösung: Team aufbauen, CRM einführen – oder beides

In der Praxis gibt es zwei starke Hebel:

  • Eine Vertriebsabteilung aufbauen und Verantwortung in Vollzeit verankern – und/oder
  • Ein CRM-System einsetzen, um Leads, Angebote, Aktivitäten und Forecast zu standardisieren.

Welche Kombination passt, hängt von Produkt, Sales-Cycle, Zielkunden und Ressourcen ab.

Zu beiden Themen folgen weitere Beiträge – mit Beispielen, wie sich Vertrieb strukturieren lässt und welche CRM-Setups sich in der Praxis bewährt haben. Dabei werden wir einen besonderen Fokus auf das CRM im neuen SAP Business One Web Client legen und die Vor- und Nachteile eines vollintegrierten CRMs aufzeigen.

Sie möchten nicht warten? Wenn Sie Ihre CRM-Optimierung angehen oder Ihren Sales-Prozess sauber aufsetzen möchten, sprechen Sie uns gerne an. Gemeinsam schauen wir auf Ihren aktuellen Prozess und analysieren, wie SAP Business One Sie dabei unterstützen kann – egal, ob Sie bereits eine Vertriebsabteilung haben oder der Vertrieb noch in der Geschäftsführung liegt.

📞 +49 40 228 170 220

📧 info@be1eye.de

Weiterführende Informationen rund um das Thema CRM & Vertrieb sowie zum Web Client

Blogbeitrag von Leif Holst: SAP Business One Web Client – CRM & Vertrieb im Überblick

Benutzerleitfaden SAP Business One: Web Client

SAP-Video: Customer Relation Management in SAP Business One

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